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Die Kleinbauerngemeinschaft UNION PROAGRO (UNIÓN DE PRODUCTORES AGROPECUARIOS) ist ein Zusammenschluss aus 10 Produzentengruppen mit insgesamt 210 Mitgliedern, davon 46 Frauen. Die Mitglieder der Union sind südamerikanische Ureinwohner, die aus dem Hochplateau der Anden stammen. Die Aymará und Quechua sind hauptsächlich in den 70er Jahren aus den Andenregionen der Departments La Paz, Potosí und Oruro weggezogen und haben sich in den heißen Talniederungen der Anden, den Yungas, angesiedelt. Die Kooperative Union PROAGRO befindet sich in der bolivianischen Provinz Carnavi, am Rande eines Drogenanbaugebietes in den Nor-Yungas. Bei Gründung hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, den Kleinproduzenten der Umgebung den Anbau von Kaffee als Alternative zum Kokaanbau näher zu bringen. Hierfür beraten Mitarbeiter eines regionalen Entwicklungsprojektes mit dem Namen PDA und des Projektes MOJSA die Bauern bei der Produktion und Qualitätssicherung. Fortbildungsmaßnahmen unterstützt die bolivianische Organisation UÑATATAWUI. Da es sich bei den Arbeitern um Zuwanderer aus dem Hochplateau handelt, ist die wirtschaftliche Situation durch extreme Armut gekennzeichnet. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich in fast allen Fällen um große Familien mit hoher Kinderzahl handelt. Das Projekt soll auf lange Sicht Häuser, eine Schule und Gesundheitsmaßnahmen finanzieren, was für alle Beteiligten zu einem besseren Lebensstandard führen wird. Um die Bauern aus der Abhängigkeit von Drogenhändlern zu befreien, werden ihnen die Möglichkeiten des legalen Anbaus aufgezeigt: Eine ganzheitliche Landwirtschaft unter ökologischen Gesichtspunkten wird gefördert, Aufbau und Erhalt einer Subsistenzwirtschaft, vielfältiger und abwechslungsreicher Anbau von Mischkulturen genauso wie Tierhaltung.
Das im Herzen Südamerikas gelegene Bolivien, von verschiedenen Kulturen besiedelt und im 15. Jahrhundert Teil des Inka-Reiches, wird im 16. Jahrhundert von den Spaniern erobert und dabei vor allem die Andenvölker auf brutale Art und Weise in allen Lebensbereichen ihrer Kultur beraubt. Tribute, Zwangsarbeit in den Minen und auf den Haziendas sowie die Landenteignung sind die Ursachen für einen Verarmungsprozess und die Ausrottung der Ureinwohner. Seit seiner Unabhängigkeit von Spanien 1825 durch Kriege und Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern geprägt und mit ethnischen und kulturellen Kämpfen innerhalb der Bevölkerung konfrontiert, entwickelt sich Bolivien in den frühen 1980er Jahren zu einem stabilen Land mit einer gefestigten parlamentarischen Demokratie. Der Verfall der Weltmarktpreise für Rohstoffe führt aber in den 80er Jahren zu einer massiven Wirtschaftskrise, der man u. a. mit Privatisierungen staatlicher Unternehmen und der Öffnung des Landes für internationales Kapital begegnet. Diese Reformen stabilisieren zwar die wirtschaftlichen Zahlen, führen aber in Folge von Massenentlassungen, sinkenden Löhnen und der Kürzung von Gesundheits- und Bildungsausgaben zu einem deutlichen Anstieg der ohnehin extremen Armut. Dabei weist die indigene Bevölkerung den schlechtesten Gesundheitszustand auf, zum großen Teil wegen mangelhafter sanitärer und sozialer Lebensbedingungen. Nur ein Drittel der Landbevölkerung verfügt über sauberes Trinkwasser und 23% der Bolivianer gelten im Durchschnitt der Jahre 1998 bis 2000 als unterernährt. Anlass zu wiederkehrenden Streitigkeiten und kontroversen Diskussionen bildet der Coca-Anbau, welcher neben dem in der Bedeutung schwindenden Bergbau, der Lebensmittel- und Textilindustrie sowie der Metallverarbeitung, einer der Hauptwirtschaftszweige des Landes ist und von der Bevölkerung der gesamten Andenregion hauptsächlich als Tee (mate de coca) oder zum Kauen (gegen Hunger und Höhe) genutzt wird. Im Oktober 2003 kommt es zu heftigen Unruhen als Gewerkschaften gegen den Ausverkauf des wichtigen Bodenschatzes Erdgas an US-amerikanische Konzerne protestieren und Streiks organisieren. Seit Januar 2006 ist Evo Morales, der die sozialistische Bewegung Movimiento al Socialismo vertritt und die indigene Bevölkerungsmehrheit repräsentiert, Präsident der Republik Bolivien. Nach seinem Amtsantritt verstaatlicht er die Erdgasindustrie des Landes und erfüllt damit sein Wahlversprechen gegenüber der indigenen Bevölkerung. Bolivien gilt trotz seines Reichtums an natürlichen Ressourcen wie Zinn, Erdgas, Erdöl und Silber zu den ärmsten und exportschwächsten Ländern Lateinamerikas.
Drastischer Anstieg der Kaffee-Einkaufspreise auf dem Weltmarkt
Die derzeitige Situation veranlasst den Handel, die ansteigenden Einkaufspreise an Endverbraucher weiterzugeben. Betroffen ist der konventionelle, ebenso wie auch der Faire Handel. Detaillierte Informationen für unsere Kunden haben wir in diesem Dokument zusammen-gestellt:
Ihr kaffee-fair Team